Folge 19 – anno 1938/39

„Pogrom“

11. Folge der II. Staffel

Mo, 2. Dez 2013

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folge19-web„In der nächsten Folge wird es wirklich finster, denn »Anno 1938/39: Pogrom« lässt so einiges erahnen“ prophezeite kreuzer – Das Leipzig Magazin. Und es sollte Recht behalten. In dieser Folge kam der Nationalsozialismus mit all seinen Folgen auch bei Adolf mit seiner sonst so naiv-unbekümmerten Art an.
Die Wienerin Hermine Speer (Henriette Konschill) suchte Arbeit und wurde bei den Südknechts einquartiert. Und während die Familie noch rätselte, ob sie wirklich in „das schöne Leipzig“ nur aus Neugierde gekommen sei oder nicht doch etwas Arges im Schilde führte, kristallisierte sich Dramatisches heraus.
Zunächst ging es nur im die Reinrassigkeit des Hundes, neue O-Busse oder um von Hermine genähte „Hundestöppelklöppel“, die das Tier kräftig zu spüren bekam.
Schließlich brachen die Novemberpogrome aus. Adolf versuchte die Familie nach altbewährtem Rezept durch Schließen von Fenstern und Türen und vorübergehender Schankpause vor der Weltgeschichte zu bewahren.
Anton beklagte das Zusammentreiben fünfhundert jüdischer Mitbürger im Flussbett der Parthe direkt neben dem Haupteingang des Zoos. Als sich dann herausstellte, dass Hermine einen jüdischen Verwandten dritten Grades in der Familie hat, war klar, weshalb sie für ihre Näharbeiten noch Geld an die Südknechts bezahlte und sich dort wohl eher verstecken als nur arbeiten wollte.
Nun stand die Familie vor einer folgenschweren Entscheidung: Hermine schützen oder ausliefern. Adolf packte das Entsetzen, selbst Adele hatte Gewissensbisse und Anton stellte ihr schließlich einen falschen Pass aus und schob sie ins Ungewisse ab.
Die Südknechts blieben wie zerrüttet ob ihrer Tat zurück und die Dramatik fand kein Ende, als Adolf ein Telegramm erhielt, in dem ihm der Tod seiner Eltern mitgeteilt wurde.
Unter seinen Tränen in den Armen Adeles und Antons liefen noch einmal die Bilder seiner von seinen Eltern immer zu Weihnachten gesendeten Weihnachtsporträts von ihnen vor ihm ab, während die Stimme Adolf Hitlers den Beginn des Zweiten Weltkriegs verkündete mit den Worten: „Wer mit Gift kämpft, wird mit Giftgas bekämpft!“.

Besetzung

Adolf Südknecht – Armin Zarbock
Adele Südknecht – Susanne Bolf
Anton Südknecht – August Geyler
Gastschauspieler:
Hermine Speer – Henriette Konschill (Wien)

Klavier – Claudius Bruns
Schlagzeug – Frank Berger

Bühnenfotos

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Audiomitschnitt

[Download der gesamten Folge als ZIP-Datei – 53MB]

  • 1. Prolog: Der Obus (3:40)
  • 2. Handschuhe im Frühling / Pässe aus Moskau (3:55)
  • 3. Verhaftungen und Hermine aus Wien (4:06)
  • 4. Großdeutsche Stickereien (2:42)
  • 5. Spitzel und Bier (4:58)
  • 6. Der Hundestöppelklöppel (1:15)
  • 7. Heiter bis tödlich (9:04)
  • 8. Wir machen einfach die Türen zu (11:31)
  • 9. Abschied um 5:45 Uhr (4:41)

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